Arbeitsbelastung und Prävention im DACH-Raum 2026

Warum Prävention im Arbeitsalltag oft nicht als Entlastung ankommt.

Was 302 Beschäftigte und Führungskräfte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz über Belastung, Prävention und wirksame Entlastung berichten.

Die Zahlen auf einen Blick

65,8 %

bewerten ihr aktuelles Stresslevel mit 7 bis 10 (Skala 1 bis 10)

66,3 %

kennen Präventionsangebote bei ihrem Arbeitgeber

14,3 %

berichten von spürbarer Entlastung durch diese Angebote (Basis: 161 Personen)

65,9 %

können Überlastung offen ansprechen

36,8 %

erleben danach tatsächlich konkrete Anpassungen

50,0 %

sehen das grösste Verbesserungspotenzial bei Arbeitsweisen und Prozessen

Fünf zentrale Erkenntnisse

Die Ergebnisse zeichnen ein konsistentes Bild: Hohe Belastung ist sichtbar, Präventionsangebote sind vielerorts vorhanden, spürbare Entlastung bleibt jedoch häufig aus. Fünf Erkenntnisse stechen besonders hervor.

1. Die Belastung ist deutlich sichtbar.

65,8 % bewerten ihr Stresslevel mit 7 bis 10. 51,8 % arbeiten regelmässig über ihre übliche Arbeitszeit hinaus. 21,6 % blicken oft oder fast immer mit einem unguten Gefühl auf die kommende Arbeitswoche.

2. Angebote sind verbreitet, Entlastung kommt selten an.

66,3 % kennen Präventionsangebote. Von den 161 Personen, die deren Wirkung beurteilen konnten, berichten nur 14,3 % von einer spürbaren Reduktion ihrer Belastung. 62,1 % erleben keine.

3. Zwischen Ansprechen und Verändern liegt eine Umsetzungslücke.

65,9 % können Überlastung ansprechen, ohne negative Folgen zu befürchten. Nur 36,8 % erleben, dass danach Arbeitsmenge, Prioritäten oder Arbeitsweise tatsächlich angepasst werden.

4. Den grössten Hebel sehen Beschäftigte in der Gestaltung der täglichen Arbeit.

49,7 % nennen Anpassungen an Prozessen und Zusammenarbeit als besonders hilfreich, 48,0 % eine regelmässige Reflexion von Prioritäten und Arbeitsmenge. Bessere Unterstützung für Einzelpersonen steht mit 18,9 % am Ende der Rangfolge.

5. Führung ist ein Hebel und steht selbst unter Druck.

51,0 % sehen bei ihrer Führungskraft Möglichkeiten, Belastung zu beeinflussen, aber nur 36,0 % erleben, dass sie Grenzen frühzeitig erkennt. 77,6 % der Führungskräfte in der Stichprobe bewerten ihr eigenes Stresslevel mit 7 bis 10, gegenüber 55,9 % der Mitarbeitenden ohne Führungsverantwortung.

Was das für Unternehmen bedeutet

  • Individuelle Angebote bleiben wichtig. Entscheidend ist zusätzlich, was sich infolge einer Massnahme im Arbeitsalltag verändert.
  • Eine offene Gesprächskultur ist die Voraussetzung, nicht das Ergebnis. Wirksame Entlastung braucht konkrete organisationale Reaktionen.
  • Der Blick gehört dorthin, wo Belastung entsteht: Arbeitsmenge, Prioritäten, Prozesse, Zusammenarbeit und Führung.

Vier Fragen zur Einordnung des eigenen Stands

  • Was passiert bei uns, wenn jemand Überlastung anspricht?
  • Welche unserer Präventionsangebote verändern tatsächlich etwas im Arbeitsalltag?
  • Was fällt weg, wenn neue Aufgaben hinzukommen?
  • Haben Führungskräfte ausreichend Handlungsspielraum, um Belastung zu reduzieren?

Zur Methodik

Befragungszeitraum 8. Juli bis 14. September 2026. 411 Fragebögen begonnen, 317 vollständig abgeschlossen, davon 302 aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in der Auswertung. Offene, selbstselektierte Convenience-Stichprobe, anonym und freiwillig. Die Ergebnisse beschreiben die Erfahrungen der befragten Personen und sind nicht repräsentativ für alle Beschäftigten im DACH-Raum. Alle Angaben beruhen auf Selbstberichten, Ursache-Wirkungs-Beziehungen können nicht belegt werden.

unburnt Live am 20. Oktober
Wir gehen die Ergebnisse gemeinsam durch: Dienstag, 20. Oktober 2026, 17:00 bis 18:00 Uhr, online und kostenfrei. Zur Anmeldung

Den vollständigen Studienreport anfordern

Der vollständige Report zeigt, wie sich das Bild über alle Fragen hinweg verdichtet: mit der kompletten Auswertung aller Fragen und zehn Abbildungen, der Analyse der 166 Freitext-Rückmeldungen, dem Vergleich zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden sowie der Zusammenhangsanalyse zentraler Arbeitsbedingungen mit dem berichteten Stresslevel. Ein methodischer Appendix macht jede Zahl nachvollziehbar.

Wenn Du die Ergebnisse auf Deine Organisation übertragen oder die Umsetzungslücke zwischen Präventionsangebot und tatsächlicher Entlastung in Deinem Unternehmen genauer betrachten möchtest, freue ich mich auf den Austausch: info@unburnt.ch

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